Teil 1 - Kapitelermahnung 1 Original

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ACF-KE-1-1-1

Titel

Kapitelermahnung 1 Original

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Bereich "Inhalt und innere Ordnung"

Eingrenzung und Inhalt

  1. August 1853
    Wir wollen heute noch einmal vorzüglich die Eingezogenheit der Augen uns vorhalten. Wie großen Gewinn diese Übung unserer Seele bringt, haben wir oft beherzigt, wir sollen aber immer von neuem uns dazu ermuntern. Denn wir müssen nicht vergessen, daß wir schwach und elend sind, und daß wir leicht im Guten nachlassen, wenn wir uns nicht immer wieder dazu anspornen und erfrischen. Die Eingezogenheit der Sinne, besonders der Augen, ist von unsäglichem Nutzen. Dieselbe fördert den inneren Frieden, bereitet zum Gebete und macht geschickt dazu, sammelt den Geist, erbaut den Nächsten. Abgesehen von größeren Gefahren, wie viele Zerstreuungen werden vermieden, wenn wir die Tore unserer Sinne recht verwahrt halten! Wie manches sehen wir, das uns zu denken und zu schaffen macht! Wir wären im Frieden geblieben, hätten wir es nicht gesehen. Wie oft finden wir, wenn wir zum Gebete uns begeben, von Gegenständen uns umringt, die wir durch die Augen eingelassen haben. Die Seele wäre freier von unnützen Bildern, hätten wir unsere Sinne besser gehütet. Ferner, wie würden wir unseren Nächsten und besonders unsere Schwestern erbauen, wenn wir uns gewohnten, unsere Augen niedergeschlagen zu halten, wie mancher Störung würden wir dadurch vorbeugen! Die hl. Theresia sagt: Die, welche es vermögen, sich in den kleinen Himmel ihrer Seele einzuschließen, wo der ist, welcher den Himmel und die Erde gemacht hat, diejenigen, welche sich daran gewohnen, daß sie nicht umherschauen und an Orten seien, wo die äußeren Sinne zerstreut werden können, sollen mir daher glauben, daß sie auf einem vortrefflichen Wege wandeln. Darnach also sollen wir streben. Besonders Klosterfrauen liegt es ob, in Eingezogenheit zu wandeln. Üben wir uns diese Woche einmal gemeinsam darin, unsere Augen recht zu hüten. Sehen wir nur das an, was Pflicht und Beruf eben von uns fordern, wie unsere Regel sagt; für das übrige sollen wir keine Augen haben. Sehen wir nicht auf unsere Mitschwestern weder bei Tisch noch sonst, - außer in der Rekreation – wenn nicht eben unsere Pflicht uns auflegt, auf dieselben zu achten. Aber, könnten wir fragen, sollen wir denn blind werden? O nein, gewiß nicht, wir sollen vielmehr recht hell sehen lernen; denn nicht, um uns abzustumpfen, wird uns gesagt, die Augen zu hüten, sondern damit unsere Augen geschärft werden, die auf den Geliebten unseres Herzens unverwandt gerichtet sein sollen, welcher an Schönheit und Klarheit alles übertrifft.

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